Marienkäfer im Garten nutzen und schützen

Marienkäfer im Garten nutzen und schützen

Marienkäfer sehen nicht nur sehr niedlich aus und gelten als Glücksbringer, sie sind auch äußerst nützlich für die Umwelt und den Mensch. Auf seinem Speiseplan stehen Blattläuse, weshalb er vor allem bei Gärtnern ein willkommener Gast ist. Der als Nützling geltende Käfer lässt sich mit einigen Tricks leicht in den eigenen Garten locken.

Marienkäfer alleine unterwegs

Wie du den Marienkäfer schützen und in deinem Garten ansiedeln kannst, erfährst du im folgenden Beitrag. Auch wichtige Fakten und Hintergrundwissen zum Marienkäfer allgemein und dessen Lebensweise werden hier näher beschrieben.

Allgemeines zum Marienkäfer

Typische Erkennungsmerkmale

Es gibt weltweit etwa 4.000 verschiedene Marienkäfer-Arten, davon leben ca. 70 auch in Deutschland. Der am häufigsten vorkommende Siebenpunkt-Marienkäfer ist leicht an seiner roten Färbung und den sieben charakteristischen Punkten auf den Deckflügeln zu erkennen. Es gibt zudem andere Marienkäfer in anderen Farben und mit einer ganz unterschiedlichen Anzahl an Punkten. Auch Arten ohne Punkte existieren.

Der Körper des Marienkäfers ist halbkugelig geformt, zwischen einem und zwölf Millimeter groß und mit zwei Flügeln ausgestattet. Die Unterscheidung der zahlreichen Arten ist nicht immer ganz einfach. Die größten Unterschiede bestehen in der Färbung, der Anzahl der Punkte, beim Kopfschild, den Fühleransätzen sowie Genitalien.

drei Marienkäfer am Baum

Kopf, Brust und Unterseite sind meist dunkel gefärbt. Lange Fühler hat er ebenso wie einen beilförmig geformten Kiefertaster. Die sechs Beine bestehen aus vier Gliedern, ganz wenige Arten haben nur drei.

Circa 80 Flügelschläge macht der Käfer pro Sekunde, was ihn zu einem sehr guten Flieger macht.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich optisch kaum, lediglich die Larven des Marienkäfers sehen je nach Art ganz unterschiedlich aus. Diese sind meist länglich geformt und zwischen 1,5 und 15 Millimetern groß. Farblich gibt es bei den Larven große Variationen. Viele sind braun, andere wiederum bläulich oder gelb gefärbt und mit Punkten versehen. Typisch sind die Warzen auf dem Körper, die in der Farbe oft dem später schlüpfenden Tier ähneln.

Marienkäfer-Gattungen und deren Vorkommen

Marienkäfer gibt es auf der ganzen Welt. Sie leben dabei in den unterschiedlichsten Gebieten – in Wäldern und Mooren, aber auch auf Wiesen. Auch in vielen Gärten und Parkanlagen sind sie oft zu finden. Vor allem dann, wenn es ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen mit vielen Blattläusen gibt.

Die am häufigsten vorkommenden Marienkäfer-Arten in Deutschland sind:

  • Siebenpunkt-Marienkäfer: rote Färbung, 7 Punkte, frisst bevorzugt Blattläuse
  • Asiatischer Marienkäfer (auch Harlekin-Marienkäfer genannt): orangerot bis fast völlig schwarz, 19 Punkte, frisst bevorzugt Blattläuse, Gallmückenlarven und viele andere Larven.

Wie pflanzt sich der Marienkäfer fort?

Der Marienkäfer beginnt direkt nach seiner Überwinterung mit der Fortpflanzung. In einem Zeitraum von maximal ein bis zwei Tagen finden Männchen und Weibchen zusammen, um Nachwuchs zu zeugen. Oftmals lässt sich dieser Akt gut beobachten, bei dem sich das Paar für längere Zeit in einer Umklammerung befindet.

Manche Weibchen paaren sich mit bis zu 20 verschiedenen Männchen, um genügend Spermien zu sammeln. Von April bis Anfang Mai werden die Eier gelegt, bis zu 40 können es pro Weibchen sein. Daraus schlüpfen dann schon nach etwa einer Woche die Raupen. Nach ein bis zwei Monaten sind diese dann ausgewachsen und verpuppen sich.

Aus einer Puppe schlüpft nach etwa sieben bis neun Tagen der kleine Marienkäfer, der nach etwa einem Jahr als erwachsen gilt und erst dann sein endgültiges Aussehen bekommen hat. Einen großen Einfluss auf die Dauer der Entwicklung haben die Außentemperaturen.

Im Sommer findet meist noch eine zweite Paarung statt.

Die Überwinterung

Der Marienkäfer überwintert nicht allein, sondern meist in Gruppen. Dabei überwintert er je nach Art nur ein- bis zweimal. Optimal zum Überwintern sind Hohlräume, in denen es relativ warm und feucht ist. Mauerritzen, Dachsparren, Baumhöhlen, Baumrindenspalten, Insektenhotels, unter Moos, all das ist dafür ideal.

Marienkäfer und Regentropfen

Fallen Ende des Herbstes die Außentemperaturen, geht der Marienkäfer auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Dort fällt er dann in eine Winterstarre. Atmung und Herzschlag der kleinen Käfer verringern sich dann deutlich und alle Organe arbeiten nur noch stark reduziert.

Vor der Kälte schützt sich die Gruppe durch enges Zusammenrücken und angefressene Fettpolster. Sobald die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen, erwacht der Käfer aus seiner Winterstarre und beginnt mit der Futtersuche.

Der Marienkäfer liebt Blattläuse

Je nach Marienkäfer-Art fällt die Nahrung etwas unterschiedlich aus. Folgende Insekten und Larven stehen dabei am häufigsten auf dem Speiseplan:

  • Blattläuse
  • Schildläuse
  • Spinnmilben
  • Wanzen
  • Käfer und Wespenlarven
  • Teilweise Früchte und Pollen (bei knappem Nahrungsangebot)

Der Marienkäfer ist jedoch auch ein Kannibale. Larven und Käfer fressen sich gegenseitig auf, vor allem wenn die Population groß ist.

Welchen Nutzen hat der Marienkäfer für Mensch und Natur?

Der Marienkäfer ist für Gärtner unverzichtbar, denn er frisst bevorzugt Blattläuse und Spinnmilben, die sich an Rosen und vielen anderen Pflanzen zu schaffen machen. Wer den Marienkäfer im Garten hat, kann auf den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln oft verzichten. Auch in der Landwirtschaft ist er deshalb ein willkommenes Insekt.

Da er für den Mensch als so nützlich gilt, ist er als Glückssymbol sehr beliebt.

Gut zu wissen: Der Marienkäfer und seine Larven fressen bis zu 150 Blattläuse am Tag und etwa 6.000 Blattläuse im Leben!

Bedrohungen für den Marienkäfer

  • Gefressen werden: Der Marienkäfer und seine Larven stehen auf dem Speiseplan von Vögeln, Fröschen, Spinnen und Mäusen. Zudem werden sie von bestimmten Wespen zur Vermehrung genutzt, indem sie diesen als Wirte dienen.
  • Schwindende Lebensräume: Es gibt zahlreiche Arten, die nur in einer bestimmten Umgebung leben. Schwinden diese Lebensräume, werden auch die Populationen kleiner. Zu viel gepflegte und aufgeräumte Gärten und Parkanlagen mit wenigen Pflanzen sind ebenso ein Grund für geringere Lebensräume für den Marienkäfer wie die starke Bebauung.
  • Asiatischer Marienkäfer: Er hat 19 Punkte und wurde früher zur biologischen Schädlingsbekämpfung aus Asien eingeführt. Dieser Käfer verbreitet sich mehr und mehr in Deutschland. Er ist mit dem 7-Punktkäfer verwandt, gehört aber nicht zu den einheimischen Arten. Leider vertreibt er den beliebten 7-Punkt-Marienkäfer mehr und mehr.
  • Schädlingsbekämpfungsmittel: In der Landwirtschaft kommen häufig Düngemittel und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz. Zahlreiche Insekten reagieren sehr empfindlich auf diese Gifte. Über die Nahrung (z.B. vergiftete Blattläuse und andere Beutetiere) nehmen sie diese Gifte auf.
  • Klimawandel: Wird es zu früh im Jahr zu warm, zum Beispiel durch immer stetig milde Winter aufgrund des Klimawandels, kann das Aufwachen aus der Überwinterung schnell tödlich enden. Denn oftmals gibt es dann noch gar keine Nahrung und die Tiere verhungern.

So kannst du den Marienkäfer schützen und sein Überleben sichern

Du willst auch in Zukunft nicht auf den beliebten Glückskäfer verzichten? Mit diesen Maßnahmen machst du dein Gartengrundstück für den Marienkäfer attraktiv.

Die richtigen Pflanzen

Mit den richtigen Pflanzen lockst du den Marienkäfer und auch andere Nützlinge schneller in deinen Garten. So sparst du dir den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und hältst deine Pflanzen natürlich gesund. Es sind viele Kräuter dabei, die du auch zur Verfeinerung von Speisen verwenden kannst.

Lege einen Kräutergarten an und pflanze möglichst viele Blumen und Pflanzen, die Insekten lieben. Damit lockst du nicht nur den Marienkäfer an, sondern bietest auch Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und anderen Insekten eine vielfältige Nahrungsquelle.

Dies Pflanzen lieben Marienkäfer besonders:

  • Fenchel
  • Ringelblume
  • Löwenzahn
  • Minze
  • Hibiskus
  • Koriander
  • Dill
  • Kornblumen

Marienkäfer im Fachhandel

Sind deine Gartenpflanzen akut von Lausbefall betroffen?

Wenn du nicht auf den Marienkäfer warten willst, kannst du ihn dir im Fachgeschäft kaufen. Es gibt ihn in manchem Tierfachfachhandel oder in Baumärkten in Larvenform. Online kannst du dir ebenfalls Marienkäferlarven besorgen.

Hiermit kannst du recht zügig eine neue Generation in deinem Garten ansiedeln und deine Pflanzen auf natürliche Art und Weise von Schädlingen befreien. Die Larven haben dabei besonders großen Hunger und vertilgen eine sehr große Menge an Blattläusen und Spinnmilben.

Tipp: Entscheide dich für einheimische Marienkäferlarven, damit der asiatische Marienkäfer dem einheimischen Nützling das Leben nicht noch schwerer macht.

Insektenhotel als Unterschlupf für den Marienkäfer

Damit die Larven und Marienkäfer nicht abwandern, solltest du deinen Garten marienkäferfreundlich umgestalten. Biete ihm nicht nur geeignete Pflanzen an, sondern auch einen passenden Unterschlupf.

Die schnellste Methode ist, ein Insektenhotel aufzustellen. Dieses gibt es fertig zu kaufen, du kannst es aber auch leicht selber bauen.

Der Marienkäfertrunk

Was Marienkäfer so richtig lecker finden, ist ein spezieller Mix aus Holunderblüten mit Wasser. Mit diesem lockst du ihn ohne großen Aufwand in deinen Garten oder auf den Balkon.

Marienkäfer und Läuse

Erhitze hierfür etwa 50 Gramm Holunderblüten mit einem halben Liter Wasser. Lass die Mischung für 24 Stunden stehen und siebe dann alles gründlich durch. Vermische die Flüssigkeit mit einem weiteren halben Liter Wasser und fülle alles in eine Wassersprühflasche.

Wenn du diese Lösung in der Nähe deiner Blumen- und Kräuterbeete versprühst, lassen die ersten Interessenten bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.

Vertreibe die natürlichen Feinde des Marienkäfers

Möchtest du den Marienkäfer in deinem Garten ansiedeln, müssen möglichst viele seiner Feinde verschwinden bzw. gar nicht erst auftauchen. Zwei der Hauptübeltäter sind Ameisen und Marienkäfer-Brackwespen.

Zum Vertreiben der Ameisen gibt es einige Hausmittel. Du kannst sie mit bestimmten Düften (z.B. Thymian oder Zitronenkraut) vertreiben oder auch versuchen, sie umzusiedeln. Statt Sand kannst du idealerweise Splitt unter der Terrasse und Wegen nutzen. Damit verhinderst du, dass sich Ameisen darin ihre Nester bauen.

Die Marienkäfer-Brackwespe legt ihre Eier in den Marienkäfer. Dieser wird dann von innen heraus aufgefressen und stirbt. Bekämpfe die Brackwespe mit ihrem natürlichen Feind, der Schlupfwespe. Die Schlupfwespe richtet in Gärten keine Schäden an, schützt jedoch den Marienkäferbestand.

Überwinterungshilfe anbieten

Auch ohne Garten kannst du den Marienkäfer anlocken und sogar beim Überwintern helfen. Eine Überwinterungshilfe kannst du leicht selber bauen – und so geht’s.

Marienkäfer alleine unterwegs

Nimm eine nicht zu große Holzkiste, in die du ein kleines Einflugloch bohrst. Dieses sollte etwa neun Millimeter breit sein, damit der Käfer gut hineinpasst, größere Tiere aber nicht. Innen legst du eine weiche Schicht aus Holzwolle für ein gemütliches Überwinterungsplätzchen ein.

Vergiss nicht, die Kiste vor Regen geschützt aufzustellen. Im Freien hilft außerdem ein kleines wasserdichtes Dach über der Kiste als Schutz vor Nässe.

Häuser sind zum Überwintern nicht geeignet

Haben sich im Herbst Marienkäfer in dein Haus oder deine Wohnung verirrt, solltest du sie möglichst schnell wieder aussetzen. Denn ein warmes Zuhause ist kein geeignetes Quartier zum Überwintern, da die Käfer aufgrund der höheren Temperaturen nicht in die Winterstarre verfallen.

Setze die Käfer am besten in der Nähe einer Überwinterungskiste oder eines Insektenhotels aus, damit sie eine Überlebenschance haben. Statt sie direkt von drinnen nach draußen zu bringen, empfiehlt sich bei Minusgraden die langsame Abkühlung. Das funktioniert zum Beispiel in der kühlen Garage oder im Keller.

Wichtig: Eine Überwinterung im Haus ist nicht zu empfehlen, da das nicht dem natürlichen Verhalten des Käfers entspricht. Im Haus kann der Marienkäfer nicht in die Winterstarre fallen.

Der Marienkäfer in deiner Nähe

Kennst du noch andere Tipps, die den nützlichen Marienkäfer in den Garten locken? Welche Maßnahmen haben bei dir am besten funktioniert?

Hinterlasse hier gern dein Feedback als Kommentar.

1 Kommentar bisher

Clara Veröffentlicht am18:19 - 02/12/2020

Marienkäfer aus dem Baumarkt? Auf die Idee muss man erst mal kommen!
Danke für den Tipp, das werde ich mir für nächstes Jahr und bei einem evtl. Lausbefall auf jeden Fall vornehmen.