Fischotter – Wissenswertes, Bedrohung und Schutz

Fischotter – Wissenswertes, Bedrohung und Schutz

Der Fischotter ist ein faszinierendes Tier. Als typischer Einzelgänger ist er sehr aktiv im Wasser (und auch an Land) auf Futtersuche unterwegs. Lange Zeit wurde er wegen seines Fells getötet. Heute gehört er weiterhin zu den bedrohten Arten.

Fischotter entspannt auf dem Rücken schwimmend

In vielen Gegenden hat sich der Bestand trotz diverser Maßnahmen nach wie vor nicht erholen können. Möchtest du dem Fischotter beim Überleben helfen, gibt es zahlreiche Maßnahmen und Projekte, an denen du dich beteiligen kannst.

Einige Tipps, wie du den Lebensraum des Otters schützen kannst, findest du hier. Auch viele Fakten und Wissenswertes zu diesem interessanten Tier stelle ich dir hier vor.

Allgemeines zum Fischotter

Typische Erkennungsmerkmale

Der Fischotter hat im Gegensatz zu anderen im Wasser lebenden Säugern keine dicke Fettschicht, sondern ein extrem dichtes Fell. Dieses schützt ihn effektiv vor Kälte und Nässe. Bis zu 50.000 Haare pro Quadratzentimeter Haut sorgen für eine starke Isolation auch bei sehr niedrigen Temperaturen.

Insgesamt hat er einen kräftigen, muskulösen und gedrungenen Körperbau und wiegt ausgewachsen bis zu 12 Kilogramm.

Auffällig ist der kräftige Schwanz, der dem Otter im Wasser als Steuer dient. Schnell voran kommt er dank der Schwimmhäute an den Pfoten. Auch die ausgeprägten Schnurrhaare sind typisch. Diese helfen ihn beim Jagen, wenn das Wasser sehr trüb ist.

Am Rücken ist der Fischotter dunkelbraun. An der Brust sowie am Hals ist das Fell deutlich heller gefärbt. Der Kopf des Fischotters ist relativ flach und breit geformt. Der Fischotter gleitet auf der Suche nach seinen Beutetieren nahezu geräuschlos, schnell und elegant durchs Wasser.

Wie pflanzt sich der Fischotter fort?

Im Februar bis März paaren sich die Fischotter. Dafür suchen sich Männchen und Weibchen, verbringen etwas Zeit miteinander und paaren sich dann.

zwei Fischotter an Land

Die Schwangerschaftsdauer bei den Fischottern beträgt etwa zwei Monate. In einem Wurf kommen meist drei bis fünf Junge zur Welt. Die Jungen halten sich gut geschützt mit der Mutter in einer Höhle auf, der Vater kümmert sich nicht um seinen Nachwuchs.

Die ersten drei Monate werden die Jungtiere noch gesäugt. Schon sechs Wochen nach der Geburt machen die Fischotter die ersten Ausflüge, um die Jagdtechniken der Mutter zu erlernen.

Sind die Jungtiere etwa ein Jahr alt, suchen sie sich ein eigenes Revier. In einem Alter von zwei Jahren werden sie dann ebenfalls geschlechtsreif.  Fischotter können bis zu 13 Jahre alt werden.

Fischotter-Gattungen und deren Vorkommen

Der Fischotter gehört neben dem Kleinkrallenotter und Riesenotter zur Unterfamilie der Otter. Vom Fischotter wiederum gibt es mehrere Arten. Optisch unterscheiden sie sich nur geringfügig.

In Deutschland lebt der Eurasische Fischotter, der auch in anderen Teilen von Europa, Nordafrika und Asien zu finden ist.

Darüber hinaus gibt es weltweit noch mehr Otterarten, zum Beispiel:

  • Kanadischer Fischotter: Kanada, Alaska, USA
  • Chilenischer Otter: Peru, Chile
  • Südamerikanischer Otter: Mittel- und Südamerika
  • Haarnasenotter: Vietnam, Sumatra, Malaysia, Borneo, Thailand
  • Fleckenhalsotter: Südafrika, Äthiopien
  • und einige mehr

Lebensraum und Verhalten des Fischotters

Fischotter halten sich immer in der Nähe von Flüssen auf, denn Sie verbringen einen Großteil ihres Lebens im Wasser.

Tagsüber schlafen sie in selbst gegrabenen Erdhöhlen nahe am Ufer. Alternativ nutzen sie auch fertige Höhlen mit Wurzelwerk als Unterschlupf. Ansonsten ist der Fischotter ein Einzelgänger und meist nachts aktiv.

Ein Revier eines Fischotters ist oft mehrere Kilometer lang, dabei übernachtet er an verschiedenen Schlafplätzen. Oft werden diese Schlafplätze auch zur Aufzucht der Jungen genutzt. Sein Revier markiert der Fischotter mit Kot.

Auf der Suche nach Nahrung durchstreift er ausgiebig sein kilometerlanges Revier. Im Wasser ist er ein äußerst ausdauernder Schwimmer und Taucher. Er kann bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben. An Land bewegt er sich allerdings nicht so schnell und elegant.

Zu den Feinden des Fischotters gehören Wolf, Luchs und Seeadler.

Was steht auf dem Speiseplan des Fischotters?

Fischotter beim Essen

Der Fischotter ist ein sehr geschickter Jäger. Fische und Krebse gehören zu seinen Lieblingsspeisen. Findet er diese nicht, vertilgt er aber auch gerne andere Tiere. Dies können zum Beispiel Schnecken und Insekten, kleine Säugetiere, Amphibien oder Wasservögel sein.

Bei der Suche nach seiner Beute durchstöbert er mit der Schnauze und seinen langen Tasthaaren den Grund der Flüsse. Auch Wurzelwerk und Totholz an den Rändern von Flüssen durchsucht er gerne. Je nach Größe der Beutetiere frisst er diese sofort unter Wasser oder er bringt sie mit an Land.

Welchen Gefahren ist der Fischotter ausgesetzt?

Der Fischotter gilt immer noch als bedroht. Vor allem der Straßenverkehr, aber auch verschiedene andere Gründe machen dem Bestand zu schaffen. Hier findest du die häufigsten Bedrohungen, die dem Fischotter das Überleben erschweren.

  • Straßenverkehr: Der Fischotter schwimmt niemals unter Brücken durch, sondern läuft um sie herum. Ist dann ein Umweg mit einer Straßenüberquerung nötig, kann es zu Unfällen kommen. Zudem durchkreuzen viele Straßen seine Wanderkorridore, die an den Flüssen gelegen sind. Bis zu 80 Prozent der toten Fischotter fallen dem Straßenverkehr zum Opfer. Hier sind die sinnvollsten Maßnahmen zum Schutz des Fischotters anzusetzen.
  • Fischreusen: Fischotter lieben Fisch, und sie können für ihre Jagd sehr lange tauchen. Allerdings ertrinken viele Fischotter, weil sie in Fischreusen geraten sind. Die leckere Beute vor Augen schwimmen sie den Fischen hinterher, ohne zu merken, dass sie in eine Falle geraten. Bleiben Sie dann im Reusensack hängen, ertrinken sie. Viele Fischer verschweigen die gefundenen Tiere, sodass eine Feststellung der Anzahl ertrunkener Fischotter in Reusen kaum möglich ist.
  • Fischteiche: Auch vor Fischteichen macht der Otter nicht halt. Sehr zum Missfallen der Besitzer, wenn der komplette Bestand an Karpfen oder Forellen verschwunden ist. Früher wurde er deswegen intensiv gejagt. Heute behilft man sich mit Elektrozäunen und anderen Maßnahmen, um die Teiche zu schützen. Alternativ gibt es auch Entschädigungsprogramme bei Verlusten.
  • Lebensraumverlust: Der Lebensraum der Fischotter wird immer mehr eingeschränkt. Er wandert auf seinen Streifzügen durch sein Revier oft kilometerlang am Ufer entlang. Da immer mehr Ufergebiete von Straßen und menschlichen Siedlungen durchzogen sind, hat er es schwer, geeignete Reviere zu finden.
  • Jagd: Früher wurde der Fischotter wegen seines Fells intensiv gejagt. Weil er als Wasserbewohner in die Kategorie Fisch fiel, durfte er außerdem auch zur Fastenzeit gegessen werden. Heute ist die Jagd auf Fischotter verboten.

So kannst du das Überleben des Fischotters sichern

Du liebst Fischotter und willst ihnen beim Überleben helfen? Folgende Maßnahmen eignen sich, wenn du aktiv etwas für den Fischotter tun willst.

Moderner Brückenbau

Da der Fischotter aus noch nicht ganz erforschten Gründen unter Brücken nicht durchschwimmen will, müssen Alternativen her. Ottergerechte Brücken sind hier eine gute Lösung. Bei diesen muss ein schmaler Uferrand zur Verfügung stehen, damit der Fischotter nicht den Umweg über die Straßen nehmen muss.

Fischotter stehend

Schon beim Brückenbau eingeplant, ermöglicht dieser Uferweg dem Fischotter ein sicheres Vorankommen durch sein Revier, was tödliche Straßenüberquerungen verhindert.

Wenn eine neue Brücke in deiner Region gebaut wird, kannst du aktiv auf die Gemeinde und den Bauherren einwirken, um dem Fischotter einen Uferweg zu belassen. Auch bei Schiffswehren ist das zu empfehlen.

Ist die Brücke schon gebaut, kannst du dem Fischotter alternativ durch Errichtung eines Behelfsufers mit Holzplanken bei der Durchquerung helfen. Auch das Anlegen eines Trockentunnels ist eine Möglichkeit, ihn sicherer in seinem Revier unterwegs sein zu lassen.

Fischottersichere Fischzucht

Fischteiche können effektiv vor dem Fischotter geschützt werden. So bleiben die Fischbestände erhalten und der Otter kann sich auch nicht in Reusen verfangen und darin ertrinken.

Hierfür setzen sich bereits viele Vereine und Tierschutzorganisation ein. Auch du kannst aktiv werden und die Fischzuchtbesitzer in deiner Region über die möglichen Maßnahmen zur Ottersicherung aufklären.

Reusen können zum Beispiel sehr gut mit Schutzgittern (Otterkreuze) bedeckt werden, sodass zwar Fische hineinschwimmen, der Otter aufgrund seiner Größe jedoch nicht durchkommt.

Auch Reusen, die dem Otter das Entkommen leichter machen, gibt es bereits. Aus diesen kommt er über einen speziellen Ausstieg wieder heraus, sollte er sich mal verfangen haben. Diese Schutzsysteme sind auch für andere Tiere hilfreich, die gerne in Reusen auf Fischjagd gehen.

Populationen zusammenführen

Fischotter entspannt auf dem Rücken schwimmend

Damit sich der bedrohte Fischotter in Europa wieder ausbreiten kann, ist es wichtig, verschiedene Populationen aus West- und Osteuropa zusammenzuführen. Die dafür nötigen Maßnahmen werden von Naturschutzvereinen umgesetzt, die sich ganz auf den Otterschutz spezialisiert haben.

Wichtig ist, dass mögliche Barrieren zwischen den Revieren entfernt bzw. otterfreundlich umgestaltet werden. Auch das Straßennetz, die Gewässerdichte und die Größe der Reviere müssen bedacht werden. Wenn du dich hier aktiv beteiligen willst, wirst du am besten Mitglied in einem passenden Tierschutzverein, der sich dieses Themas angenommen hat.

Natürliche Lebensräume erhalten

Die bereits bestehenden Lebensräume der Otter schwinden aufgrund der vom Mensch immer dichter besiedelten Gegenden. Besonders bei Neubauprojekten und dem Bau neuer Gartenanlagen sollten daher immer auch der Fischotter und seine Reviere berücksichtigt werden. Du kannst dich bei deiner Gemeinde aktiv dafür einsetzen und rechtzeitig vor den geplanten Baumaßnahmen Ideen zum Wohle der Fischotter einfließen lassen.

Naturnahe Gewässer, dicht bewachsene Ufer, ottergerechte Brücken und eine hohe Wasserqualität – das sind die Voraussetzungen, damit sich der Fischotter wohlfühlt und auch künftig weiter ansiedeln wird. Vom Erhalt dieser natürlichen Lebensräume profitieren natürlich nicht nur die Fischotter, sondern auch andere Tiere und letztendlich auch der Mensch in einer gesünderen und natürlichen Umgebung.

Artenschutz und Aufklärung

Ein großer Teil der Tätigkeit vieler Naturschutzorganisationen ist die Aufklärung von Anwohnern, Bauherren, Gemeinden und Fischzuchtbesitzern. Alle sollten über die Gewohnheiten des Fischotters Bescheid wissen, wenn dieser aktiv geschützt werden soll.

Als Mitglied eines solchen Vereins leistest du aktive Aufklärungsarbeit und setzt dich in deiner Gemeinde für den Schutz des Fischotters ein.

Aufklärungsarbeit beginnt dabei oft schon bei den Jüngsten. In der Kita oder Schule lassen sich hier interessante Informationsveranstaltungen zum Thema Fischotter abhalten, die nicht nur spannend und lehrreich sind, sondern auch das Umweltbewusstsein bei der nachfolgenden Generation schärfen.

Verletzten Fischottern und Jungtieren helfen

Hast du einen verletzten Fischotter entdeckt? Zum Beispiel am Straßenrand? In diesem Fall rufst du am besten das lokale zuständige Wildtieramt an. Bleibe in der Nähe des Tieres, bis Hilfe eintrifft.

Triffst du dagegen auf hilflose Jungtiere, solltest du abwarten, ob die Mutter in der Nähe ist. Taucht diese auch nach längerer Zeit nicht auf, ist der Anruf in einer Wildtierstation zu empfehlen. Diese kann eventuell bei der Aufzucht und späteren Auswilderung der Jungtiere helfen.

Der Fischotter in deiner Nähe

Kennst du noch andere Tipps, die dem Fischotter beim Überleben helfen? Oder wohnst du in der Nähe eines Flusses und hast schon mal ein Tier in deinem Garten entdeckt? Was hast du beobachtet?

Ich freue mich auf dein Feedback.