Luchs schützen – so hilfst du der faszinierenden Katzenart

Luchs schützen – so hilfst du der faszinierenden Katzenart

Den Luchs schützen und ihm helfen, wieder heimisch zu werden? Einfach ist das nicht, denn der Luchs ist ein Einzelgänger, der dem Menschen nur selten über den Weg läuft. Früher galt die Raubkatze in Deutschland als komplett ausgerottet und auch heute steht der Luchs noch auf der Roten Liste.

Luchs auf Wache

Dank aufwendiger Ansiedelungsprogramme ist er in kleinen Populationen wieder in einigen deutschen Regionen zu finden. Erfahre hier, wie du den Luchs schützen und ihm durch verschiedene Maßnahmen helfen kannst. Auch allgemeine Fakten zu dieser Tierart beschreiben wir kurz.

Allgemeines zum Luchs

Erkennungsmerkmale

Der Luchs ist deutlich größer als eine Katze, aber kleiner als ein Schäferhund und wiegt 20 bis 25 Kilogramm. Leicht zu erkennen ist er an seinem kurzen Schwanz, dem Backenbart und den typischen Haarpinseln an den Ohrspitzen, die ihm auch den Spitznamen Pinselohr einbrachten.

Das dichte Fell des Luchses variiert je nach Jahreszeit. Im Winter ist es dicker und eher bräunlich bis grau, im Sommer hingegen hellbraun bis leicht rötlich gefärbt. Überragend ist das Hörvermögen des Luchses. Er kann selbst kleinste Tiere aus großer Distanz hören. Ebenso ausgeprägt ist sein Sehsinn, dank dem er nachts sehr gut jagen kann.

Wie pflanzt sich der Luchs fort?

Die sogenannte Ranzzeit der Luchse findet zwischen Februar und April statt. Die Geschlechtsreife beginnt meist erst im zweiten Lebensjahr. Nur circa 2,5 Monate dauert die Schwangerschaft. Zur Welt kommen dann zwei bis fünf Junge.

Nach fünf Monaten Säugezeit steigen die Jungtiere auf feste Nahrung um. Sie bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter und gehen dann ihre eigenen Wege. Hat ein Jungtier die ersten zwei Jahre überlebt, stehen die Chancen gut, dass es ein Alter von bis zu 15 Jahren erreicht.

Luchsgattungen und deren Vorkommen

Luchse gehören zur Gattung der Katzen. Der Eurasische Luchs war früher in Europa weit verbreitet. Durch die intensive Jagd wurde er aber fast ausgerottet. Weltweit gibt es noch drei andere Luchsarten: den Rotluchs, Kanada-Luchs und Pardelluchs (Iberischer Luchs) sowie einige weitere Unterarten (z. B. Balkanluchs).

In Deutschland sind die meisten Tiere im Harz, im Bayrischen Wald sowie im Pfälzerwald zu finden.

Lebensweise und Jagdverhalten

Luchs putzt sich

Der Luchs ist sehr scheu und daher von Menschen kaum zu sehen. Luchse leben im Wald, da sie hier ihre bevorzugten Beutetiere finden. Als typischer Einzelgänger benötigt er ein relativ großes Jagdrevier, das zwischen 400 und 500 Quadratkilometern groß sein kann. Am liebsten jagt er abends in der Dämmerung sowie nachts, tagsüber schläft der Luchs in seinem Bau.

Dank seiner äußerst scharfen Sinne geht er dem Mensch meist aus dem Wege und du bekommst du ihn nur mit viel Glück zu sehen. Hat der Luchs Junge, kannst du diese eventuell an ihrer Höhle beobachten, während sich die Mutter in der Sonne ausruht.

Der Speiseplan des Luchses ist vielfältig

Seine Beute fängt der Überraschungsjäger, indem er ihr auflauert. Mit hoher Geschwindigkeit (bis zu 70 km/h) schlägt er zu und tötet mit einem gezielten Kehlbiss. Dabei stehen vor allem Hasen, Füchse und Rehe sowie manchmal auch Marder und Mäuse auf seinem Speiseplan.

Ein komplettes Reh kann er nicht auf einmal verspeisen. Daher versteckt er es unter Gras, Erde oder Laub und kehrt dann die nächsten Tage so lange zum Fressen zurück, bis nichts mehr davon übrig ist.

Welchen Nutzen hat der Luchs für die Natur?

Der Luchs ist wichtig für die Natur, da er Teil des natürlichen Ökosystems ist und als Beutegreifer die Population von Rehen, Füchsen und anderen Tieren im Wald auf natürliche Art reguliert. Auch viele Menschen möchten sich in Zukunft an der Artenvielfalt im Wald sowie der besonderen Schönheit dieses Tieres erfreuen.

Gut zu wissen: Gefährlich ist der Luchs für den Menschen nicht, auch Angriffe auf Kinder oder Haustiere sind nicht bekannt. Typische Weidetiere wie Schafe oder Ziegen stehen nur extrem selten auf seinem Speiseplan.

Den Luchs schützen – die häufigsten Bedrohungen im Überblick

Wer den Luchs schützen will, kann verschiedene Dinge tun. Die häufigsten Bedrohungen gehen vom Straßenverkehr und von illegalen Abschüssen aus.

  • Straßenverkehr: Die Reviere des Luchses sind sehr groß. Daher überquert er auf seinen Streifzügen nachts oft mehrere Bundesstraßen. Nicht immer hat er dabei Glück. Manchmal wird er angefahren und schwer verletzt oder getötet.
  • Zerstörung des Lebensraumes: Der Luchs ist heute in einigen Wäldern wieder ansässig. Er braucht allerdings zusammenhängende Waldgebiete, von denen es immer weniger gibt.
  • Krankheiten: Auch einige bakterielle und virale Erkrankungen dezimieren den Luchsbestand.
  • Illegale Jagd: Zwar haben viele Menschen mittlerweile begriffen, dass der Luchs zu den bedrohten Arten gehört und daher streng geschützt ist. Dennoch sind es immer wieder Einzelne, die aus Gier auf das Fell oder aus Angst um ihre Weidetiere bzw. ihren Jagdbestand illegal auf die Jagd nach den scheuen Pinselohren gehen. Gift, Fallen oder Waffen kommen dabei zum Einsatz.

So kannst du den Luchs schützen

Du möchtest dem Luchs helfen, sich erfolgreich in ganz Deutschland und Europa zu verbreiten? Folgendes kannst du selber dazu betragen, um den Luchs zu schützen. Viele Projekte lassen sich am besten zusammen mit verschiedenen Umwelt- und Tierschutzorganisationen realisieren.

Was ist Teil der Arbeit in einem Luchsschutzprojekt?

Luchs streift durch Wald

Es gibt viel zu tun, wenn du den Luchs schützen und ihm beim Überleben helfen willst. Als Mitglied eines Tierschutzbundes kann es sich um ganz verschiedene Aufgaben handeln. Du setzt dich zum Beispiel für den Erhalt der Lebensräume des Luchses ein, betreibst Aufklärungsarbeit vor Ort und in Schulen oder nimmst an Auswilderungsprojekten mit systematischer Bestandserfassung teil. Allgemeine Informationsveranstaltungen in der Bevölkerung und die Beratung von Viehhaltern sind ebenso wichtig.

Lebensräume für den Luchs schaffen

Der Luchs braucht viele zusammenhängende Waldgebiete. Das Anlegen von sogenannten Grünbrücken erleichtert nicht nur ihm das Jagen über große Gebiete hinweg. Auch andere Wildtiere profitieren von den grünen Brücken. Auf diesen gelangen sie leicht von einem Waldgebiet ins andere, ohne dabei eine gefährliche Straße überqueren zu müssen. Langfristig sollte daher bei jedem Straßenbau die Erhaltung von zusammenhängenden Waldgebieten mit in die Planung einbezogen werden.

Was du tun kannst? Setze dich für den Erhalt von Waldgebieten ein, zum Beispiel durch Spenden, Demonstrationen und politische Einflussnahme in deiner Region.

Artenschutzprojekte zur Wiederansiedlung

Verschiedene Auswilderungsprojekte waren wichtig, damit der Luchs überhaupt wieder in Europa Fuß fassen konnte. Denn der Luchs verbreitet sich anders als andere Raubtiere nicht von alleine immer weiter auf angrenzende Regionen aus. Soll sich der Luchs langfristig verbreiten, muss er dank mehrerer Auswilderungsprojekte in verschiedenen Regionen angesiedelt werden. Im Anschluss kann er dort eine natürliche Population aufbauen und den Bestand sichern.

Auswilderungsprojekte müssen gut geplant und mit Landbesitzern und unter Einbeziehen der Öffentlichkeit umgesetzt werden. Wo sich die Tiere langfristig niederlassen, kann durch ein umfassendes Monitoring (z. B. Senderhalsband, Chip) überwacht werden.

Wie funktioniert eine Auswilderung von Luchsen eigentlich?

Zum Teil stammen die Luchse aus menschlichen Aufzuchtstationen. Es gibt aber auch Projekte, bei denen Lebendfänge aus der freien Wildbahn woanders wieder ausgewildert werden. Gefangen werden dabei nur Tiere aus Gebieten, in denen der Luchsbestand heute glücklicherweise als stabil gilt. Zum Beispiel in der Schweiz oder Slowakei.

Die Tiere werden zunächst gefangen, untersucht und mit Peilsendern versehen. Ein Chip unter der Haut ermöglicht auch später noch eine eindeutige Identifikation, da die Peilsender nach einiger Zeit vom Hals des Tieres abfallen. Nach einer Quarantänezeit werden die eingefangenen Tiere in einer bestimmten Region wieder ausgewildert, wie zum Beispiel zuletzt im Jahre 2016 im Pfälzer Wald. Auch im Harz und im Bayerischen Wald wurde der Luchs erfolgreich angesiedelt.

Aufklärungsarbeit

Ein wichtiger Punkt ist die Aufklärung der Bevölkerung, zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, in Gemeinden und direkt bei den Landwirten sowie Jägern der Region. Denn immer noch haben viele Landwirte die Befürchtung, dass der Luchs ihre Weidetiere tötet.

Viele Umwelt- und Tierschutzorganisationen führen Ausstellungen und Exkursionen durch, verteilen Infomaterial und klären die Bevölkerung vor Ort über den Luchs und seine Lebensweise auf. Wenn du daran teilhaben willst, kannst du dich für diesen Job engagieren. Vielleicht erklärst du Kindergarten- und Schulgruppen die spannende Welt des Luchses?

Übrigens: Am 11. Juni ist der Internationale Tag des Luchses!

Spenden und den Luchs schützen

Wichtig ist unter anderem der Erhalt von Waldflächen. Manchmal müssen diese über Spendenprojekte dauerhaft gesichert werden. Mit einer Spende an ein Luchs-Artenschutzprogramm kannst du den Erhalt von Lebensräumen sowie andere Maßnahmen zum Schutz von Luchsen unterstützen.

Patenschaft für den Luchsschutz

Mit einer Patenschaft übernimmst du nicht die Fürsorge für einen bestimmten Luchs, sondern unterstützt allgemeine Luchsschutzprojekte. Damit ist die Patenschaft nichts anderes als eine regelmäßige Spende, mit der du die oft sehr kostenintensiven Maßnahmen zum Erhalt der Luchspopulation unterstützt.

Link-Tipp: Hier geht es zum WWF und der Luchs-Patenschaft.

Dokumentation gesehener Tiere

Hast du einen Luchs im Wald gesehen und eine Weile beobachten oder sogar fotografieren können? Dann hast du großes Glück gehabt, da die wenigsten Menschen dies erleben dürfen. Teile deine Beobachtungen, Fotos oder Videos unbedingt mit einem Verantwortlichen eines Luchsschutzprojekts. Denn deine Beobachtungen könnten wichtige Aufschlüsse über die Verbreitung der Tiere in unseren Wäldern und einen Einblick in das Leben des scheuen Waldbewohners geben.

Auch die Auswilderungsprojekte umfassen eine detaillierte Beobachtung und Überwachung der Tiere, bei denen du Organisationen unterstützen kannst. Schließlich will der Erfolg der Wiederansiedlung stetig geprüft werden.

Typische Streifgebiete, die Anzahl der Jungtiere, bevorzugte Beutetiere sowie die Reaktionen auf den Menschen im Wald sind wichtige Details, die dabei alle zur Auswertung herangezogen werden. Zum Einsatz kommen neben Peilsendern auch Fotofallen sowie Untersuchungen von verletzten oder toten Tieren. Die gesammelten Daten werden dann über einen langen Zeitraum ausgewertet und dienen zur Überprüfung, ob ein Auswilderungsprojekt langfristig erfolgreich war oder nicht.

Hilfe für verletzte und kranke Tiere

Professionelle Hilfe ist nötig, wenn du ein verletztes Tier findest oder einen Luchs, der apathisch oder krank wirkt. Auch Jungtiere, die ihre Mutter zu früh verloren haben, sind oft schutzlos unterwegs. In allen Fällen solltest du dich sofort mit einem Naturschutzbund vor Ort in Verbindung setzen. Dort erfährst du, was konkret zu tun ist.

Achtung: Sofern es sich noch um kleine Jungtiere handelt, könnte die Mutter ganz in der Nähe sein.

Den Luchs schützen mit dem Wilderei-Notruf

Hast du einen Luchs gefunden, der höchstwahrscheinlich durch einen Mensch getötet wurde? Oder hast du vielleicht sogar jemanden dabei beobachtet? Scheue dich nicht, in einem solchen Fall den Wilderei-Notruf des WWF zu wählen. Denn Luchse sind streng geschützt und das Fangen oder Töten dieser Tiere verboten. Hilf mit, den Tätern das Handwerk zu legen. Entweder unter der Nummer des Wilderei-Notrufs (0800 – 1020 340) oder auch anonym per Mail.

Der Luchs in deiner Nähe

Kennst du noch weitere Maßnahmen, die den Luchs schützen und ihm helfen?

Vielleicht hattest du sogar schon mal das Glück, bei einem Waldspaziergang einen Luchs und seinen Nachwuchs zu beobachten?

Hinterlasse hier gerne einen Kommentar mit deinen persönlichen Erfahrungen.