Eulen schützen – Wissenswertes und Tipps

VonKatrin

Eulen schützen – Wissenswertes und Tipps

Eulen gehören zu den nachtaktiven Tieren und sind daher nur sehr selten bzw. etwas schwierig zu beobachten. Weltweit gibt es etwa 200 Eulenarten, von denen mittlerweile einige auf der Liste der bedrohten Tiere stehen.


Wissenswertes zu Eulen erfährst du in diesem Beitrag, ebenso erhältst du viele Tipps, was du aktiv für den Schutz von Eulen tun kannst.

Schleiereule

Allgemeines zu Eulen

Typische Erkennungsmerkmale

Eulen sind beeindruckende Vögel und meist nachtaktiv unterwegs. Sie teilen sich auf in die beiden großen Familien der Schleiereulen und der eigentlichen Eulen (Strigidae).

Waldohreule

Von anderen Vogelarten unterscheiden sie sich durch ihren vergleichsweisen sehr kräftigen und gedrungenen Körperbau. Dabei fällt der Kopf der Eule sehr groß aus und viele Arten können diesen um bis zu 270 Grad drehen. Auffällig ist auch der scharfe, gekrümmte Schnabel der Tiere. Zudem ist die Eule für den Fang ihrer Beute mit sehr scharfen Krallen ausgestattet.

Besonders ausgeprägt ist der Sehsinn der Eulen. Eulenaugen sind auch nachts in der Lage, sehr räumlich und klar zu sehen, was ihnen das Fangen der Beutetiere enorm erleichtert. Da sich die Augen selbst nicht bewegen können, ist der Kopf der Eule extrem beweglich und kann in alle Richtungen gedreht werden.

Anders als Menschen und Säugetiere hat die Eule nicht nur sieben Halswirbel, sondern mit 14 Stück gleich doppelt so viele, was die enorme Flexibilität in der Drehung möglich macht.

Typisch für Eulen sind auch die schlitzförmigen Ohröffnungen mit beweglichen Ohrläppchen, die bei den meisten Arten asymmetrisch am Kopf angeordnet sind.

Viele Eulenarten verfügen zudem über einen auffälligen Gesichtsschleier sowie Federohren in auffälliger Färbung. Die Eule ist durch ihre anatomischen Eigenschaften in der Lage, Schall bzw. Geräusche sehr genau zu orten. Besonders die sehr hohen Frequenzen kann die Eule gut wahrnehmen, zum Beispiel das Fiepen von Mäusen und anderen Beutetieren.

Eulen haben relativ große Flügel sowie weiche Federn und sind deshalb in der Luft sehr leise unterwegs.

Wie pflanzen sich Eulen fort?

Die Fortpflanzung der Eulen beginnt im Frühling, wenn die Männchen durch ihre Rufe passende Weibchen anlocken.
Nester baut die Eule nicht, sondern die Eier werden je nach Art in alte Vogelnester anderer Vögel oder auch in Baumhöhlen und Felsspalten abgelegt. Die Eulenweibchen legen dabei mehrere Eier über mehrere Tage hinweg ab.

Je besser das Nahrungsangebot ist, desto größer fällt das Gelege aus. Einige Arten brüten sogar zweimal pro Jahr Nachwuchs aus.


Das Brüten der Eier dauert ungefähr einen Monat. In dieser Zeit versorgt das Männchen die weibliche Eule mit Nahrung. Von den drei bis sechs geschlüpften Jungen überleben in der Regel nur die ältesten bzw. stärksten Tiere. Dabei ist der Hunger der Jungeulen oft sehr groß, so dass die Eltern relativ viele Beutetiere fangen müssen.
Nachdem die Jungtiere das Fliegen erlernt haben, gehen sie zusammen mit den Eltern auf Jagd. Ab dem Herbst gehen sie dann meist schon ihre eigenen Wege.

Vorkommen und typische Lebensräume

Eulen kommen fast auf der ganzen Welt in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor. Ob trockene oder feuchte Wälder, Sümpfe oder große Trockengebiete – Eulen können sich je nach Art an verschiedene Lebensbedingungen anpassen.

Zahlreiche Arten gelten leider als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Einige Eulen leben in der Nähe der Menschen und brüten auch in menschlichen Behausungen. Zum Beispiel die Schleiereule, die ihren Nachwuchs bevorzugt in Scheunen, Dachstühlen oder auch in Kirchtürmen aufzieht.

Das Jagdverhalten der Eulen

Die meisten Eulenarten sind nachtaktiv unterwegs, tagsüber schlafen sie. Es gibt aber auch einige Arten (z. B. Schneeeule, Sumpfohreule), die tagsüber wach sind.

Schneeeule

Das typische Jagdverhalten kann sich je nach Art und bevorzugten Beutetieren unterscheiden.

Eulen, die im Wald leben, lauern ihrer Beute auf und attackieren sie von oben. In offenen Landschaften jagen sie auf sogenannten Pirschflügen oder auch als Bodenjäger.

Besonders eindrucksvoll fangen Eulen ihre Beute aus dem Flug heraus, indem sie ihre Krallen hervorstrecken, die Zehen spreizen und damit die Beute ergreifen. Nach dem direkten Tötungsbiss wird die Beute dann entweder zu einem geschützten Fressplatz mitgenommen, zum Nachwuchs im Nest befördert oder auch vor Ort gefressen.

Der Speiseplan

Die Eule frisst bevorzugt kleine Säugetiere, aber auch Insekten. Große Eulen fangen dabei oft auch kleine Eulenarten.

Folgende Tiere stehen bevorzugt auf ihrem Speiseplan:

Sumpfohreule

Mäuse, Fledermäuse, kleinere Vögel, Schlangen, Frösche, große Käfer
und Aas von größeren Säugetieren

Welchen Nutzen haben Eulen für Mensch und Natur?

Ein hohes Eulenaufkommen ist ein Anzeichen für ein intaktes Ökosystem. Das sagt eigentlich schon alles.


Wichtig sind die Eulen als Beutegreifer für das Gleichgewicht unter den Tieren, da sie den Bestand ihrer Beute auf natürliche Weise regulieren.


Die Waldohreule gilt auch heute noch als ein Symbol des Naturschutzes, das oft als Kennzeichnung von Naturschutzgebieten zu sehen ist.

Gefahren für Eulen

Es gibt verschiedene Gründe, warum Eulenarten als bedroht gelten. Hier findest du einige davon.

Jagd

Früher wurden Eulen gejagt und ausgestopft als Trophäe an die Wand gehängt. Dadurch hat ihr Bestand drastisch abgenommen und musste mit einem hohen Aufwand durch Zucht und Ansiedelung wieder verbessert werden.

Fehlende Ruhe

In Wäldern und Gebieten mit einem hohen Touristenaufkommen werden die empfindlichen Tiere oft bei der Aufzucht gestört. Auch Outdoorsportler (z. B. Kletterer) stören Eulen oft beim Brüten.

Intensive Land- und Forstwirtschaft

Das Roden von Wäldern betrifft leider auch die Brutstätten einiger Eulen, die gerade ihren Nachwuchs aufziehen.

In der Landwirtschaft wird das Nahrungsangebot an Beutetieren, wie Mäuse und Insekten, durch den Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln kleiner.

Fehlende Brutstätten

Schleiereule

Viele geeignete Brutstätten wie alte Baumhöhlen, Nischen in Scheunen und Dachstühlen stehen durch den Abriss und das Verschließen der Zugänge nicht mehr zur Verfügung. So findet die Eule immer weniger Gelegenheiten, ihren Nachwuchs sicher aufzuziehen.

Trockenlegung von Sumpfgebieten

Eulen wie die Sumpfohreule leben als Bodenbrüter bevorzugt in sumpfigen Regionen. Aufgrund der vermehrten Trockenlegung solcher Gebiete finden sie weniger geeignete Lebensräume, auch Nisthilfen sind hier keine Lösung.

Stromleitungen

Leider sterben nach wie vor zahlreiche Eulen an Stromleitungen durch einen tödlichen Stromschlag.

So kannst du Eulen helfen

Willst auch du aktiv den Eulen helfen? Folgende Dinge kannst du tun.

Brutplätze bieten

Wenn du ein eigenes Haus mit Garten hast, kannst du bestimmten Eulenarten helfen. Stelle einen Nistkasten auf oder verzichte auf das Verschließen von Einfluglöchern auf Dachböden, in der Scheune oder in anderen Bauwerken.

Nistkästen gibt es fertig zu kaufen, du kannst sie aber auch leicht selber bauen. Passende Anleitungen findest du in verschiedenen Natur- und Tierschutzblogs.

Ruhezonen einrichten

In typischen Brutgebieten der Eulen ist die Aufklärung der Besucher wichtig. Besonders in der Brutzeit sollten sich Sportler und Wanderer von bestimmten Plätzen fernhalten, um die empfindsamen Tiere nicht bei der Aufzucht ihrer Jungen zu stören.

Zusammen mit Naturschutzvereinen kannst du dich an der Aufklärungsarbeit sowie beim Aufstellen von Infoschildern vor Ort beteiligen.

Lebensräume für Eulen schaffen


Setze dich aktiv für den Erhalt natürlicher Lebensräume der Eulen ein. Naturbelassene Gärten und Parkanlagen, Biotope sowie der Verzicht auf das Trockenlegen von Feuchtgebieten und weniger intensive Land- und Waldwirtschaft sind hier nur einige der vielen Maßnahmen, die für den Erhalt der Eulenpopulationen wichtig sind.

Waldohreulen


Um Eulen die Jagd zu erleichtern, sind strukturreiche Flächen wichtig. Um diese für Eulen zu erhalten, sollte vor allem alter Baumbestand mit Höhlen stehenbleiben. In diesen finden Eulen Unterschlupf und können auch ihren Nachwuchs großziehen. Auch alte Obstwiesen sind ideal geeignet und sollten erhalten werden.


Gleichzeitig ist es wichtig, natürliche Wälder zu erhalten, so wie sie sind. Statt immer mehr Straßen, Wohn- und Gartengebiete zu bauen, sollten möglichst viele zusammenhängende Waldgebiete erhalten bleiben.

Setze dich schon bei der Planung von strukturellen Maßnahmen in deiner Region dafür ein, dass das Thema Eulenschutz und Tierschutz generell mit beachtet wird.

Leere Nester nicht entfernen

Entdeckst Du ein Nest in einem Baum, solltest du es keinesfalls entfernen. Denn dieses kann für verschiedene Vogelarten noch als neuer Brutplatz dienen.

Keine giftigen Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen

Wichtig ist außerdem, im Garten kein Gift zur Bekämpfung von Mäusen und Co einzusetzen. Denn viele Kleintiere dienen den Eulen als Nahrung. Werden sie von den Eulen gefressen und haben vorher Gift aufgenommen, können die Eulen davon krank werden oder sogar sterben.

Vogelschutz und Umweltschutz allgemein

In deiner Region kannst du dich außerdem aktiv für den Vogelschutz allgemein engagieren. Alles, was die Tiere bei der Brut und Aufzucht ihres Nachwuchses stören würde, gilt es zu vermeiden. Zum Beispiel sollten Windkrafträder nicht in der Nähe von Eulenbrutgebieten aufgestellt werden.

In deiner Umgebung kannst du außerdem darauf achten, dass Eulen keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt sind. Zum Beispiel Schornsteine und Schächte sollten vergittert sein, um Tiere generell vor dem Hineinfallen zu schützen.

Hast du eine tote oder verletze Eule gefunden?

Jetzt ist der Anruf in einem Naturschutzverein vor Ort die richtige Entscheidung. Auch Wildtierstationen sind hier oft der richtige Ansprechpartner.

Funde von toten Tieren können hier ebenfalls gemeldet werden. Dies ist im Zusammenhang der Bestandsdokumentationen bedrohter Eulenarten wichtig.

Herzförmiges Gesicht einer Schleiereule

Hast du ein Jungtier gefunden?

Wenn du ein Jungtier gefunden hast, solltest du diesem nicht sofort helfen. Besser ist es, erst einmal abzuwarten, ob die Eltern in der Nähe sind und das Junge weiter füttern.

Erst wenn länger keine Elterntiere auftauchen, kannst du das Tier vorsichtig in einem Karton packen und zu einer Aufnahmestelle für Wildtiere bringen. Dort wird es medizinisch versorgt und im besten Fall aufgezogen, bis es zur Auswilderung bereit sind.

Ehrenamtliche Tätigkeit und Spenden

Du kannst dich natürlich auch für den Eulenschutz einsetzen, indem du Artenschutzprojekte von Tierschutzvereinen unterstützt. Das geht passiv in Form von Spenden, aber auch aktiv, indem du dich vor Ort an verschiedenen Maßnahmen zum Eulenschutz engagierst.

Eulen in deiner Nähe

Welche Tipps hast du, um Eulen beim Überleben zu helfen? Hast du schon einmal Eulen in ihrem natürlichen Umfeld beobachtet?

Ich freue mich auf dein Feedback!


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Katrin editor

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